Schüler tauchen in die echte Wirtschaftswelt ein – die Eröffnungsveranstaltung von ChnusperMüesli und PizPasta

Thomas. Während die letztjährigen Miniunternehmen ihr Projekt abschliessen konnten, hielten bereits am folgenden Tag die Teams des neuen Jahres ihre Bühnenpräsentation an der Eröffnungsveranstaltung. Mit viel Motivation und Leidenschaft wurden die beiden Projekte PizPasta und ChnusperMüesli vorgestellt.

Dreizehn Schüler der EMS Schiers luden Familie, Bekannte und Freunde ein, die dann aufmerksam die Präsentationen der beiden Teams verfolgten, wo Ziele und Visionen vorgestellt wurden. Man bekam die Möglichkeit, zwei Produkte zu begutachten, welche die beiden Schülergruppen auf die Beine gestellt hatten und anschliessend in die Unternehmen zu investieren.

Werden die Unternehmen ihre Ziele aber erfüllen? Bisher hatten die Unternehmen der Evangelischen Mittelschule ihre Visionen meistens erreicht. Es war sogar schon oft vorgekommen, dass die finanziellen Ziele um grössere Beträge übertroffen wurden. Es spricht also alles für die diesjährigen YES-Projekte. Manch ein Leser fragt sich an dieser Stelle, was das sogenannte YES-Projekt ist. Die Young Enterprise Switzerland, kurz YES, ist eine Organisation, die als Dachverband für Jungunternehmungen agiert. Schülerinnen und Schüler zwischen 16 und 20 Jahren können für ein Jahr lang unternehmerisch tätig sein. Dies beginnt bei der Teamfindung, geht weiter mit dem Finden eines Produktes und endet mit der Pflege von Beziehungen zu anderen bekannten Unternehmen: Das Projektjahr gibt den Unternehmern also eine Möglichkeit, in die reale Wirtschaftswelt einzutauchen.

Die beiden CEOs Sina Jäger von PizPasta (links) und Michelle Bebi von ChnusperMüesli eröffnen das Event und heissen die Besucher willkommen.

Den Anfang machte das Unternehmen ChnusperMüesli. Dieses Team bilden sechs Schüler: Michelle Bebi präsentierte sich als CEO, Janic Krättli ist Administrator, Chiara Camenisch bearbeitet die Finanzen, Andrin Koch versucht im Marketing möglichst viele Kunden zu gewinnen, Elija Signer hatte die Webseite und Kanäle in den sozialen Medien eingerichtet und hält diese auf dem neuesten Stand und Chiran Sivalingam spricht sich in der Produktion mit den Herstellern des Müeslis als Produktionsfachmann ab. Diese Zuständigkeitsbereiche wurden an die Fähigkeiten und Interessen der jeweiligen Mitglieder angepasst, sodass eine möglichst effiziente Zusammenarbeit entsteht und das Projektjahr auch mit Spass verbunden ist.

Das Team von ChnusperMüesli stellt sein Unternehmen vor, wobei erklärt wird, was die Ziele sind und wie diese erreicht werden.

ChnusperMüesli versucht sich mit speziellen Zutaten, die alle sehr ökologisch aus der Schweiz stammen, von der Konkurrenz abzuheben. Ihr Name beschreibt eine der wichtigsten Eigenschaften ihres Produktes, das Knusprige. Es wurden zusätzlich noch saisonale Varianten des Produktes versprochen. Das Unternehmen übernimmt die Produktion grösstenteils selbst, denn die Zutaten werden selbst von Hand zusammengemischt und noch geröstet, um dem Produkt den erwähnten knusprigen Effekt zu verleihen. Bisher sind zwei Geschmacksrichtungen auf dem Markt: das Honig-Müesli und ein Apfel-Hanfsamen-Müesli.

Nach der Präsentation warben die Teams an zwei Ständen für ihr Produkt, wo man dieses schon kaufen konnte.

Ein grosser Pluspunkt für ein Unternehmen ist den letzten Jahren war der Onlineshop gewesen. In Zukunft möchte das Team von ChnusperMüesli einen Onlineshop einrichten, um möglichst viele Kunden zu erreichen.

Als Zweites präsentierte sich PizPasta. Sieben Schüler der EMS Schiers bilden eine Gruppe: Sina Jäger als CEO, Noah Coray und Valerio Camenisch sind in der Administration tätig, Cedric Lampert kümmert sich um die Finanzen, Cédric Guntern leitet die Produktion, Andri Wick ist für das Marketing zuständig und nicht zuletzt ist Sina Jäger als IT-Spezialistin der Aufbau der digitalen Präsenz des Teams zu verdanken.

PizPasta erklärt ebenfalls die Absichten des Teams und stellen sich als Jungunternehmung vor.

Laut der Webseite kombinieren die Teigwaren drei wesentliche Aspekte: das Bündnerland, die Nachhaltigkeit und köstliches Essen. Ein Hingucker ist die spezielle Form der Pasta, ein Steinbock. Valerio Camisch erklärte, dass das sicherlich auch für Kinder etwas Ausserordentliches sei. Kinder erfreuen sich weniger an Penne oder Orecchiette, sondern mehr an Steinböcken.

Ferner setzt PizPasta auch auf die Umwelt. Es werden nämlich keine herkömmlichen Plastikverpackungen benutzt, sondern beispielsweise Biofolie, die biologisch abbaubar ist, anstatt PVC.

PizPasta punktet mit einer nachhaltigen Verpackung des Produktes, das als Besonderheit als Steinbock-Form hergestellt wird.

Der Name ist übrigens eine Kombination aus dem Wort „Piz“, was Berg bedeutet, und Pasta, dem Produkt, das im Zentrum stehen sollte. Ausserdem erklärte Valerio Camisch, dass sich der Begriff „PizPasta“ auf Schweizerdeutsch etwas anhöre wie „biz Pasta“, also ein wenig Pasta. Dies sorgte im sonst eher ruhigen Publikum für einen Lacher.

Die Bühnenpräsentationen waren für einige Schüler der EMS Schiers etwas Neues. Es kamen ungefähr 40 Zuschauer, was eine nun etwas grössere Audienz war als bei den üblichen Referaten, die im Unterricht gehalten werden. Insgesamt meisterten die beiden Teams aber ihren Auftritt solide.

Es wurden einige Besucher eingeladen, welche die Veranstaltung meist mit grossem Interesse verfolgten.

Im Anschluss gab es einen Apéro mit verschiedenen Häppchen. Ziel dieser Veranstaltung war nicht nur eine Vorstellung der Teams und ihren Zielen, sondern auch das Finden von Partizipanten. Die Unternehmen müssen logischerweise mit einem gewissen Kapital wirtschaften. Dieses wird zu Beginn des Jahres gesammelt, wie hier oft an der Eröffnungsveranstaltung. Interessierte konnten in die Miniunternehmen investieren und Partizipationsscheine kaufen, die dann ungefähr ein Jahr später wieder zurückbezahlt werden und meist mit einer relativ hohen Dividende von mindestens fünf Prozent verbunden sind. Konkrete Ziele bezüglich der Dividende nannten die Teams noch keine. Und um genau wissen zu können, worin investiert wird, konnte das Müesli auch degustiert werden.

Bei ChnusperMüesli durfte man das Produkt degustieren, was grösstenteils jüngere Besucher der Veranstaltung anlockte.

Dieser Anlass fand nicht zum ersten Mal an der Evangelischen Mittelschule statt. Im Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht wird das YES-Projekt seit 2001 durchgeführt. Aussergewöhnlich ist, aber für die Schüler durchaus angenehm, dass dieses Projektjahr die Matura-Arbeit der dreizehn Schüler darstellt. Als eine der wenigen Schulen mit diesem Angebot bewerten die Coaches beziehungsweise die Lehrer des Faches diverse Auftritte, wie auch diese Eröffnungsveranstaltung. Zudem wird jedes Team einen Businessplan schreiben, wie es in der echten Wirtschaftswelt auch üblich ist.

Die Coaches der Schule werden den Auftritt auf der Bühne bewerten, wobei dieses Event ein Teil der Matura-Arbeit darstellt.

Es stellt sich vielleicht die Frage, was nun als Nächstes geschieht. Die Teams werden natürlich Möglichkeiten suchen, das Produkt zu verkaufen. Hierzu eignen sich gegen Ende des Jahres Weihnachtsmärkte. Beide Gruppen werden regionale Märkte besuchen, um die Speisen zum Kauf anzubieten. Die Daten dazu sind auf den jeweiligen Webseiten vermerkt, wenn Interesse besteht, die Produkte zu erwerben.

Zwölf Schüler lernen in einem Jahr, wirtschaftlich zu handeln, mit renommierten Unternehmen zusammenzuarbeiten, auf grossen Bühnen zu sprechen, und haben dann zugleich die Matura-Arbeit hinter sich. Ehemalige berichten von tollen Erfahrungen, aber auch einem anstrengenden Jahr. Das YES-Projekt ist für diese Jungunternehmer eine grossartige Möglichkeit, viel Neues zu lernen und sich persönlich wie auch im Team weiterzuentwickeln.

Webseite ChnusperMüesli: https://chnusper-müesli.ch
Webseite PizPasta: https://pizpasta.ch

Text: Thomas Joos
Bilder: Anna-Lydia Däscher, Amanda Kessler und Thomas Joos
Lektoriert am 30.10.2019.

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