EMS-Press

Online Magazin des Freifachs Journalismus und Medien von der Evangelischen Mittelschule Schiers (EMS Schiers)

Was die Peripherie Graubündens zu bieten hat – oder wo man mit schlechten Schuhen nichts erreicht

In der Sonderwoche vor den Sportferien waren die Sechstklässler vom Ergänzungsfach Geografie in der Peripherie Graubündens unterwegs. Im folgenden Bericht erhaltet ihr einen kleinen Einblick.

Tag 1 – Avers

Schon früh – sehr früh – trifft sich das EF Geografie am ersten Tag, organisiert von Herr Auer & Herr Bernhard, in Landquart respektive Chur, um nach Ferrera zu fahren. Dort werden wir von Gion Grischott durch das Wasserkraftwerk geführt und begeben uns anschliessend zum Stausee Valle di Lei. Dort werden wir von einem heftigen Schneesturm überrascht, weshalb wir im Besucherzentrum Schutz suchen. Danach dürfen wir die Staumauer von Innen besichtigen. Fazit: interessant, aber sehr viele – zu viele – Treppen. Als wir die Staumauer wieder verlassen, erwartet uns strahlender Sonnenschein und wir können den See doch noch sehen. Nun fahren wir nach Juppa, wo wir zu Mittag essen. Nach dem Essen gesellt sich Maria Knaus-Loi zu uns, um uns das Leben und die Herausforderungen im Avers näherzubringen. Im Anschluss wäre ein Nachmittag auf den Pisten von Juppa geplant, aber abgesehen von Tabea und Andri, welche sich auf die Loipe begeben, und Herr Auer, welcher alleine seine Schwünge über die zwei Pisten zieht, beschliessen alle, lieber in der Wärme des Restaurants zu verweilen. Als Folge dieses Restaurantaufenthaltes war die Heimfahrt umso unterhaltsamer.

Tag 2 – Unterengadin

Der zweite Tag, organisiert von Tabea und Andri, startet zum Glück um einiges später und beginnt mit einer Zugfahrt von Landquart nach Scuol. In Scuol angekommen, machen wir uns auf die Suche nach dem örtlichen Brunnenmeister, Johannes Studer, welchen wir auf Umwegen schlussendlich auch finden. Mit ihm begeben wir uns auf einen Spaziergang in und um Scuol, welcher für Einzelne mit mangelhaftem Schuhwerk aber schnell zu einer herausfordernden Schlitterpartie wird. Wir besichtigen verschiedene Brunnen und Quellen, erhalten unter anderem Eintritt in einen sauerstoffarmen Stollen und probieren uns durch die verschiedenen Wasser. Nach individuellem Mittagessen fahren wir nach Susch, wo wir einen Sgraffito-Workshop bei Josin Neuhäusler besuchen. In diesem Workshop kratzen alle ihr persönliches Sgraffito, von klassischem Venusstern oder Doppelwellenband bis hin zu Familienwappen, Meerjungfrauen oder Verbindungszirkel ist alles dabei. Abschluss des Tages bildet ein Abendessen im Hotel Bär & Post in Zernez. Vier von uns übernachten anschliessend in Zernez, der Rest fährt zurück nach Hause und verbringt die Zugfahrt mit dem neuentdeckten Spiel Wordl.

Tag 3 – Davos

Am dritten Tag, organisiert von Ronja und Carina, ist Davos das Ziel unserer Reise. Den Morgen verbringen wir auf dem Eisfeld neben der Vaillant Arena. Wir entdecken dabei vor allem die, wahrscheinlich für Kinder gedachten, gelben Eislaufhilfen, auf denen man auch sitzen kann, und lassen uns natürlich den Spass nicht nehmen, ein kleines Rennen zu veranstalten. Nach dem Mittagessen im Chalet Eisstock machen wir uns auf den Weg ins Kirchner Museum, wo wir den kulturellen Teil des Programmes absolvieren, indem wir uns die Ausstellung «Europa auf Kur; Ernst Ludwig Kirchner, Thomas Mann und der Mythos Davos» ansehen. Im Anschluss fahren wir mit dem Postauto nach Davos Monstein, wo das eigentliche Highlight auf uns wartet. Bei einer Führung durch die Brauerei der BierVision Monstein AG erfahren wir mehr über die Bierherstellung und bei der anschliessenden Degustation lassen wir den Tag gemütlich ausklingen,

Tag 4 – Surses

Am vierten Tag, organisiert von Alina und Ladina, machen wir uns auf den Weg nach Surses (Aussprache bis heute umstritten). Dort werden wir von Giovanni Netzer, dem Intendanten des Projekts Origen, in Riom während mehr als zwei Stunden durch die Villa Carisch und das danebenliegende Konzerthaus geführt und erfahren dabei jede Menge über vergangene und geplante Projekte, die Geschichte des Hauses und seiner Besitzerfamilie sowie über den Einfluss kultureller Veranstaltungen im Kanton Graubünden. Nach dem anschliessenden Mittagessen in der Ustareia Taratsch, fahren wir mit Zwischenstopps im Rutschgebiet Brienz, wo Herr Bernhard trotz roter Ampel ins Sperrgebiet fährt, und bei der Biathlonarena Lenzerheide wieder zurück nach Hause.

Tag 5 – Val Lumnezia

Am fünften und letzten Tag, organisiert von Anna und Nadine, fahren wir mit Zug und Postauto ins Val Lumnezia. In Lumbrein besuchen wir das Kulturzentrum «Casa d’Angel» und erfahren im Gespräch mit der Leiterin des Zentrums, Marie-Louise Joël, mehr über die Entwicklung der Gemeinde Lumnezia in den letzten Jahren sowie über die Geschichten und Herausforderungen des Tales. Im Anschluss fahren wir nach Vrin und besuchen dort das Architekturbüro von Gion A. Caminada, welches sich in einem ehemaligen Schulhaus befindet, wo wir verschiedene Modelle bestaunen dürfen und er uns seine Philosophie des standortgerechten Bauens näherbringt. Danach treffen wir uns erneut mit Marie-Louise Joël für eine kleine Dorfführung durch Vrin und erhalten so unter anderem Einblick in das Totenhaus des Dorfes. Nach hastiger Verabschiedung macht sich der Grossteil der Gruppe mit dem Postauto wieder auf den Weg nach Hause, während der Rest, Herr Auer, Herr Bernhard und Anna, noch zum Mittagessen in Vrin verweilen.

Fazit der Woche: Die Randregionen haben Potential, sind spannend und wunderschön, stehen aber vor grossen Herausforderungen. Wir haben viel gelernt, hatten eine Menge Spass und sind alle heil wieder nach Hause gekommen – was bei der Ignoranz gegenüber Strassenverkehrsregeln (zum Beispiel roter Ampeln) mancher Verkehrsteilnehmer nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Text: Carina, Bilder: Andri

TabeaLiesch

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