Wohlgefühl im Fremden

Laura aus Japan. Ein Meisterwerk menschlicher Fähigkeiten. Die Fähigkeiten werden aber nicht nur durch die Resistenz und Agilität nach unzähligen Naturkatastrophen demonstriert, sondern auch durch dan Umgang unter den Mitmenschen. In einem „Zusammen“ denken und nicht,  in einem „Ich“ denken. Ist das, das geheime Rezept zum Erfolg?

Also nicht das Japan ein Nirwana auf Erden verkörpert, aber es dient dazu zu reflektieren, wie man seine eigene Umwelt behandelt. Bestes Beispiel dafür ist das Umgehen mit Abfall, welcher eine Person in einer Riesenmetropole wie Tokyo oder Kyoto unmittelbar produziert. Jeder JapanerIn und mit dem sind wirklich alle gemeint, tragen ein Plastiksäckchen mit sich, um den eigen produzierten Abfall mit zu schleppen während eines Tages. Das hat die Folge, dass es praktisch keine öffentlichen Mülleimer gibt und sich Touristen damit abfinden müssen den Abfall einen Tag lang bei sich zu behalten. Und wenn man mal versucht ein Papierchen unbemerkt fallen zu lassen, wird man von allen Seiten böse angestarrt bis man teils durch Schuldgefühl, teils durch Gruppenzwang das Papierchen wieder aufhebt. Dieses Kontrollieren kann man wiederum auf die Zeit, als die Schoguns über Japan herrschten zurückführen. Man hätte sonst hart bestraft werden können, wenn man seine Aufgabe nicht mit Perfektion ausführen konnte.

Für Touristen gibt es das survival japanese mit welchem man sich zurechtfinden kann in Japan. Doch ein einfaches „Arigato kosai mas“ was so viel heisst wie „danke viel mal“ und ein wenig Zeichensprache sollte genügen. Um zukünftige Besucher Japans manche Blamierungen zu ersparen und auf die aussergewöhnlichen Situationen vorzubereiten ist diese kleine Liste, welches das eigentliche survival japanese darstellt, hergestellt worden:

  • Immer Arigato kosai mas sagen (Kosai mas ist wichtiger als Arigato)
  • Domo arigato kosai mas ist noch höflicher
  • Raucher bitte im Geheimen rauchen (In Restaurants ist es aber erlaubt zu rauchen)
  • Plastiksack mitnehmen
  • Auf Leute zu gehen und fragen, auch wenn man sie nicht versteht
  • Taxitüre niemals selber öffnen/schliessen
  • WCs sind ausgestattet mit nahezu einem Spa für den Allerwertesten
  • Auf dem Damen WC kommen die Töne eines Wasserfalls zum Vorschein, sobald man sich auf die Schüssel setzt
  • Hygienemasken werden eingesetzt um die Mitmenschen vor den Viren zu schützen, die man gerade hat, während man krank ist und nicht um sich selbst vor Viren zu schützen
  • Verbeugungen sind immer gewünscht
  • Auf U-Bahnen immer in die vorgegebene Linie stehen
  • Niemals vordrängeln!!!

Perfektion. Perfektion in allem, was gemacht wird. Damit eingeschlossen auch die Arbeit. Bezahlt man jemand für eine Leistung, so wird die Leistung von Anfang bis Ende mit Souveränität ausgeführt. Und wenn man mal jemandem zur Hilfe eilen möchte, besteht die Gefahr, dass jene Person äusserst beleidigt wird. Ein gutes Beispiel ist das Verhältnis bei Taxifahrern. Unter keinen Umständen darf man die Hintertüre bei einem Taxi selbst öffnen bzw. schliessen. Nein, das gehört zum Service dazu und wird vom Taxifahrer selbst ausgeführt. Höflichkeit, Rücksicht und Perfektion sind die drei Schlagwörter, welche Japan am besten beschreiben.

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