Sie ist jung und sie brennt

«Inspiration finde ich in allem und jedem», so die Nachwuchskünstlerin Maïra Werdmüller. – ein Portrait

Sina. Die Wände des Zimmers, in dem wir sitzen, sind voller Zeichnungen und Gemälden. Es riecht nach Farbe. Wir sind in Maïras Reich; dem Kunstunterrichts-Zimmer. Hier besucht die 17-Jährige das Grundlagen- und Schwerpunktfach Bildnerisches Gestalten. Das Setzen dieses Schwerpunkteswar schon lange klar. Schon seit ihrer Kindheit hat Maïragerne gezeichnet, gemalt, kreiert. In unserem Gesprächspekuliert sie, dass das von ihrem Vater komme. Der ist nämlich Architekt. Zumindest das zeichnerische Gen liegt also in der Familie. 

Wenn alle schlafen, dann ist Maïra wach. Denn die meisten ihrer Werke würden in der Nacht entstehen. Während dieser Aussage lacht sie verschmitzt. Für die Schule ist das ja nicht gerade förderlich, aber was solls. Deshalb waren für Maïra die Sommerferien auch eine Zeit der Kreativität. In diesenWochen habe sie an zwei Werken gearbeitet, die ihr besonders viel bedeuten würden. Denn bei diesen habe sie viel Persönliches verarbeiten können. Therapie mit Pinsel und Leinwand. Das Schaffen von Werken ist für Maïra meditativ und Kunst; Kunst ist alles, was Kunst sein soll. 

Gegen Ende unseres Gespräches zeigt sie mir noch eines ihrer Bilder. Es ist ihr erstes Ölbild und zeigt ein Bustier mit einer grossen goldenen Hand. Auf dem blauen Hintergrund zieren weisse, geometrische Linien. Ein Labyrinth? Eine Spur? Maïra sitzt vor mir, das Bild auf dem Schoss und ihre Finger zeigen mal hier, mal da hin. Ihre bunten Kleider und der Federohrring vervollständigen mein Bild. Man spürt ihren Tatendrang, ihre Leidenschaft. Sie brennt für ihre Kunst und ihre ganze Art schreit: «Tu das auch!» 

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