Klimastreik in Chur – Wieso wir auf die Strasse gingen

Agrena und Tabea Liesch. Am 24. Mai streikten Leute auf der ganzen Welt fürs Klima und gegen den Klimawandel. Auch in Chur waren einige hundert auf der Strasse und forderten die Politik auf, etwas gegen die globale Katastrophe zu unternehmen. Die Demonstration startete um viertel vor fünf am Bahnhof. Gemeinsam liefen wir zum Martinsplatz, wo die Kundgebung stattfand. Ergreifende Reden von Jung und Alt forderten Bewusstsein und Systemwandel zu Gunsten des Klimas. Antje Reyhers Tochter sang einige Lieder, die Stimmung war genial. Doch was forderten wir eigentlich an diesem Freitagnachmittag?

Eine der bekanntesten Parolen der Bewegung ist «System change not climate change!». Und das ist auch der Hauptzweck der Demonstrationen. Denn natürlich muss jeder Bürger selbst auf seinen Konsum achten, doch das kann man in der Welt, in der wir heute leben nur bis zu einem bestimmten Grad. Wenn ich einkaufen gehe, kann ich das fast nicht plastikfrei. Ausser ich gehe in die nicht sehr zahlreich vorhandenen NO-WASTE- Shops oder kaufe nur Gemüse und Unterhosen. Wenn ich in die Ferien möchte, fliege ich ziemlich günstig in die USA, andere Möglichkeiten gibt es nicht. Kaufe ich Fast Food bekomme ich nur Plastikbecher und Wegwerfgeschirr. Gegen all das kann man als normaler Mensch nichts machen. Ausser natürlich in den Wald ziehen und in einer Höhle leben. Aber diese Zeiten sind seit einer Million Jahren vorbei und dahin können, wollen und müssen wir nicht zurück. Aber damit unsere Erde in einigen hundert Jahren noch ein Planet ist, auf dem es Leben gibt, muss die Politik endlich etwas unternehmen. Kerosinsteuern, Plastikalternativen, Subventionierung von Zügen anstatt von Flügen. Genau das fordert Greta Thunberg, genau das fordern 1.5 Millionen Jugendliche auf der ganzen Welt. Und all diese Leute, die am Strassenrand stehen und ihren Nachbarn zu murmeln, dass die Demonstranten doch auch in die Ferien gehen, haben es einfach nicht begriffen. Natürlich gehen wir in die Ferien und das werden wir auch weiterhin tun. Auch wenn viele nicht mehr fliegen und die teureren Alternativen nehmen, alle können sich das nicht leisten. Aber damit wir nicht auf eine Katastrophe zufliegen, muss die Politik etwas unternehmen.  Und damit das geschieht, müssen wir etwas unternehmen. Streiken, Leserbriefe schreibe, mit allen darüber reden, was mit unserem Planeten geschieht. Kurz: Bewusstsein schaffen. Und dafür braucht es so viele Menschen wie möglich!

Bilder: Agrena.

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